Autogenschweißgerät

Autogenschweißen

Hintergrund

Unter Autogenschweißen wird das Verbinden metallener Werkstoffe durch Erhitzung mit einer Gasflamme verstanden. Die Flamme wird durch die Verbrennung eines Sauerstoff-Acetylen-Gas-Gemisches erzeugt. Daher auch die korrekter Bezeichnung „Gasschmelzschweißen“ oder „Acetylenschweißen“. Die Bezeichnung „Autogenschweißen“ kommt noch aus der Zeit der ersten Schweißversuche, als 1838 erstmals zwei Bleibleche mit einer Gasflamme (Wasserstoff) verbunden wurden. Autogen bedeutet dabei so viel wie selbsterzeugend, da bei diesem Versuch kein Zusatzwerkstoff verwendet wurde. Der Begriff Autogenschweißen wurde anschließend auf alle Verfahren, bei denen eine Brenngas-Sauerstoff-Flamme eingesetzt wird übertragen. Paradoxerweise wird heute beim Autogenschweißen i.d.R. ein Schweißdraht als Zusatzwerkstoff eingesetzt, das Verfahren ist nicht mehr autogen sondern allogen, fremderzeugt.

Verfahren

Das Schweißgerät besteht aus Gasflaschen, Schweißbrenner und Verbindungsschläuchen. Die Gasflaschen enthalten Sauerstoff und Acetylen, letzteres in Kieselgur gebunden. Über zwei separate Schläuche gelangen die Gase in den Schweißbrenner, wo über zwei Regler die Zufuhr angepasst werden kann. Zur Sicherheit sind die beiden Schläuche unterschiedlich gefärbt, blau für Sauerstoff, rot für Acetylen. Zudem sind die Gewinde unterschiedlich, sodass eine Verwechselung ausgeschlossen und Sicherheit gewährleistet ist. Die Gasflaschen müssen natürlich mit Flammensicherungen, sogenannte Gebrauchsstellenvorlagen versehen sein um ein Zurückschlagen der Flammen in die Flasche zu verhindern. Ebenfalls an der Gasflasche befindet sich das Druckminderventil. Dessen Funktion wird durch den Namen gut beschrieben, hier kann der Arbeitsdruck entsprechend den Anforderungen eingestellt werden. Die Schweißflamme selbst wird am Brenner eingestellt, bei einer Mischung von 1:1 spricht man von einer neutralen Flamme. Die Temperatur der Flamme, auch „Härte“ genannt, wird durch die Ausströmgeschwindigkeit des Gasgemisches aus der Schweißdüse geregelt, je schneller bzw. härter, desto heißer die Flamme. Die Verbrennung an der Schweißdüse entzeiht der umgebenden Luft den Sauerstoff und erzeugt so eine sauerstofffreie Zone. In dieser „Schweißzone“ herrscht die höchste Temperatur, bis zu 3200°C mit der geschweißt wird.

Schweißgeräteaufbau