Geschichte der Schweißtechnik

Es wird schon viel länger geschweißt als man auf Anhieb glaubt. Die “modernen” Schweißtechniken arbeiten zwar alle mit Strom, der ist aber zum Verbinden von Werkstoffen nicht essenziell notwendig. Bereits 6000 Jahre vor der ersten Stromquelle verschweißten die alten Sumer im Orient Gold. Grabbeigaben und andere archäologische Funde führen zu der Annahme, dass 2700 vor Christus in Ägypten und Mesopotamien (dem heutigen Syrien & Irak) erste Techniken des Hartlötens perfektioniert wurden. Die Ägypter arbeiteten zu dieser Zeit nicht nur an der Cheops-Pyramide, sondern erbauten auch weitläufige Rohrsysteme aus Kupfer. Um diese zu verbinden entwickelten sie die Feuerschweißung. Und auch die alten Inder waren nicht auf den Kopf gefallen, hatten sie in Delhi doch einen 16 Meter hohen Obelisk aus verschweißtem Gusseisen errichtet.

Jedoch, vor dem 19. Jahrhundert wurde fast ausschließlich feuergeschweißt. Die französischen Schmiede in Paris verstanden sich hervorragend darauf, beschädigte Rüstungen, Pferdegeschirre und Waffen wieder zu reparieren. Nach der Erfindung der Voltaischen Säule 1800 kam dann endlich Schwung in die seit Jahrtausenden unveränderten Schweißtechniken. 1802 wurden die ersten Untersuchungen von Lichtbögen vorgenommen, 1849 wird ein Patent für Metallschweißen vergeben und nochmal 40 Jahre später wird die Technik des Lichtbogenschweißens von Slawjanow entwickelt. Keine 10 Jahre später wird dieses Verfahren von ersten größeren Firmen angewandt.

Dann pausiert die wissenschaftliche Weiterentwicklung von Schweißapparaten erneut, über 40 Jahre bleibt das Lichtbogenschweißverfahren nahezu unverändert. Sämtliche Schweißvorgänge von 1900 bis 1948 erfolgen mittels Lichtbogen, die gesamte Rüstungsindustrie zweier Weltkriege, die ersten großen Kreuzfahrschiffe und Zeppeline. Erst nach Ende des 2. Weltkriegs wird in den USA das MIG-Schweißen entwickelt. Diese Entwicklung macht die Schweißtechnik für kleinere Handwerksbetriebe interessant, die Apparaturen werden kleiner, leichter, günstiger und somit auch für diese erschwinglich. Diese Entwicklung kommt insbesondere in Deutschland sehr gelegen, wo unzählige Menschen vor den Trümmern langer Kriegsjahre stehen und sich mit dem Wiederaufbau von Städten und Infrastruktur konfrontiert sehen. Industrie und Handwerk können so gemeinsam an großen Projekten arbeiten.

 

Der nächste Sprung in der Geschichte der Schweißtechnik datiert auf das Jahr 1960, als in Halle/Saale der erste Schweißroboter vorgestellt wird. Spätestens ab diesem Zeitpunkt beginnen die ersten Industriekonzerne über automatische Montagefließbänder für Kfz und andere Massenprodukte nachzudenken. Bis aber die erste dieser Fertigungsstraßen in Betrieb genommen werden kann sollen weitere 20 Jahre ins Land streichen. In der Zwischenzeit wird das Laserschweißen entwickelt, gerade mal 1 Jahr nachdem der erste Laserstrahl erzeugt wurde. Das Laserschweißen ist somit einer der ersten Anwendungsversuche für Lasertechnik überhaupt. 1969, im gleichen Jahr in dem Neil Armstrong auf dem Mond landet werden die ersten Schweißversuche im Weltraum durchgeführt, immer noch hat es die Industrie nicht geschafft vollautomatisierte Montagestraßen zu entwickeln. Erst 1980, über 70 Jahre nach der ersten Massenproduktion des Ford T laufen die ersten Automobile vom Band einer solchen Anlage.

Die Technik hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt, ebenso die Anwendungsmöglichkeiten. An dieser Stelle soll jedoch ein Strich gezogen werden, wir sind gespannt wie die Geschichte des Schweißens in 50 Jahren weitergeschrieben werden kann.